Es gibt eine kleine Papageienart, Agaponiden (Rosenköpfchen). Sie werden auch Liebesvögel, oder Unzertrennliche genannt, da sie ohne ihren Partner sterben würden.
Als ich neulich in einem Tierfachgeschäft war, habe ich gesehen, dass sie genau da diese Vögel verkauft haben. Mir ist sofort eine Geschichte in den Kopf gekommen, die ich sofort aufgeschrieben habe. ♥
Es war ein warmer Frühlingstag. Aber nicht irgendein Frühlingstag. Nein, heute war die Hochzeit eines jungen Paares. Sie hatten es Hals über Kopf entschieden. Als das Paar am Abend nach Hause kam, hatte er noch eine besondere Überraschung für sie. Er holte etwas hinter der Tür hevor. Es war mit einem Tuch bedeckt. Als er es ablegte, kam ein Altmodischer Vogelkäfig zum Vorschein. In ihm saßen zwei kleine Vögel. Sie hatten einen roten Kopf, der langsam ins gelb und von da aus ins grüne verliefen, sowie rote Schnäbel. Er sagte zu ihr, dass er sie einfach mitnehmen musste, als er sie im Laden gesehen hatte. Es waren Liebesvögel, die auch Unzertrennliche genannt wurden, weil sie für immer mit ihrem Partner zusammen bleiben. Mit den Partner den sie sich einst ausgesucht hatten, und den sie nie wieder verlassen würden.
Sie strahlte, denn es war ein wunderschönes Geschenk. Lange wollten sie zusammen sein. Genau wie die Vögel.
Doch...
Eines Tages wurde er krank. Er hatte eine schwere Lungenentzündung, die zu spät entdeckt wurde. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, und sie blieb allein zurück. Nächte lang lag sie wach, hoffte dass ein Anruf kam. Ein Anruf der ihr sagte "Es ist alles Okay". Aber es geschah nicht. Es sollte nicht sein. Das Schicksal hatte es anders Vorgesehen.
Es war schon spät, als sie erschöpft auf dem Sofa einschlief. Die Vögel zwitscherten leise vor sich hin. Nah aneinander.
Dann klingelte das Telefon. Sie schreckte auf. Rannte hin. Nahm ab. Schwieg.
Die Vögel waren so still wie sie. Sie sagte nichts. Tränen liefen von ihren Wangen, und tropften hinab. Sie hatten nicht viel Zeit zusammen.
Wie ein Vogel, der zu schwach war um seine Flügel noch einmal in den Wind zu strecken und fort zu fliegen, war er zu schwach um seinen Körper weiterhin an das Leben zu binden.
Er war fort. Und sie war noch da. Allein. Sie setzte sich zu den Vögeln, die immer noch schwiegen. Als ob sie wüssten was geschehen war. Sie weinte. Die ganze Nacht.
Laut. Es war laut. Er schrie. Der Vogel schrie. Sie wachte auf, und sah benommen zu dem Käfig, aus dem der durchdringende Lärm kam. Was war los? Sie waren doch so still...
Wild flatterte einer der Vögel durch den Käfig. Nicht daran denkend aufzuhören. Als sie sich dem Käfig näherte, spührte sie, das etwas nicht stimmte.
Er, der kleine Vogel, lag regunglos auf dem Boden. Sie, der kleine Vogel, flog aufgebracht, schreiend - weinend im Kreis. Kraftlos sank sie zusammen. Nun war auch er, der kleine Vogel gestorben. Es war beiden, ihr und ihr, dem kleinen Vogel nicht vergönnt, für immer mit ihrem Partner verbunden zu sein. Sie sah aus dem Fenster. Es regnete.
Das war es, was das Schicksal für sie vorhergesehen hatte.

